Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising, und Prof. Dr. Hans Tremmel, der Vorsitzender des Diözesanrats der Katholiken, schreiben am 29.04.2020:

Wenn ab dem 4. Mai wieder Gottesdienste mit einer begrenzten Anzahl von Mitfeiernden und unter Beachtung wichtiger Infektionsschutzmaßnahmen möglich sein werden,[…] ist die Krise noch lange nicht überwunden, das Virus noch lange nicht besiegt, „Normalität“ nicht in Sicht.

Gerne legen wir Ihnen daher ans Herz, das Fest – Hl. Maria, Patronin des Landes Bayern – am 1. Mai auch zuhause zu feiern und diesen Monat mit pesönlichen „Maiandachten“ Maria zu widmen.

Anregungen dazu finden Sie unten – und bis Ende Mai werden sicher immer wieder Weitere hinzukommen.

Hausgottesdienst am 1. Mai Gebet der Kinder

 

Wussten Sie schon…? Am 1. Mai 1841 feierten die Ordensfrauen der Schwestern vom Guten Hirten im Haidhauser Konvent (heute Kirchliches Zentrum an der Preysingstraße) die erste Maiandacht auf deutschem Boden: eine von uns – Maria. Wo wir die rauen Seiten des Lebens – wie in diesen Tagen und Wochen – spüren, suchen wir einen Ort, der uns Geborgenheit gibt und schützt. Vielleicht ist es manchmal zu wenig, nur einen Ort zu haben. Vielleicht brauchen wir eher einen Menschen, der mit uns diese dunklen Momente teilt… In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges hat Kurfürst Maximilian I. Bayern dem besonderen Schutz der Gottesmutter Maria anempfohlen. Und als später die Menschen durch den Ersten Weltkrieg wieder in große Not gerieten, hat König Ludwig III. vom Papst die Einführung dieses Festes für das Königreich Bayern erbeten.


 

Die Bedrängnisse der Menschen in Zeiten der Corona-Pandemie sind nicht geringer geworden, und wir spüren eine beklemmende Not auch in der Kirche, obwohl – unter Auflagen ab dem 4. Mai – wieder Gottesdienste gefeiert werden können. Weil wir Maria auch als unsere Mutter und Fürsprecherin kennen und schätzen, und ihrem Sohn Jesus Christus nachfolgen, können wir ihr Fest – Hl. Maria, Patronin des Landes Bayern – am 1. Mai feiern und den Monat Mai ihr mit „Maiandachten“ widmen.
 

Maria – Knotenlöserin
Die Christen in Augsburg haben ein kostbares Trostbild – die Knotenlöserin im Perlach: sie ist die große Frau der Offenbarung, Maria, der neue Mensch, den Mond zu Füßen. „Mit Maria auf dem Weg – ein Ja, das befreit“ lautete das Motto der Wallfahrt zur Patrona Bavariae. Viele Pilger kommen hierher, um auch die „Knoten“ in ihrem Leben Maria anzuvertrauen.
Sogar Papst Franziskus war bei einem Besuch in Augsburg 1986 so beeindruckt von der Darstellung, dass er Postkarten davon mit nach Argentinien nahm.
Das Bild gibt uns Anhaltspunkte in den Fragen unseres Menschenbildes, in unseren Lebensfragen heute.

Gebetsanregung von Prälat Günter Grimme