Josef-Thalhamer, Karl Leiser, Johann Neuhäusler: Namen, die uns in der Gartenstadt bekannt sind, von deren Leben wir aber nur wenig wissen. Sie alle haben in der NS-Zeit Widerstand aus dem Glauben geleistet. Von ihnen und von Willi Graf, einem Mitglied der Weißen Rose, wird uns Prälat Prof. Dr. Helmut Moll bei seinem Vortrag am

Mittwoch, 16. September 2020 um 19.30 Uhr in St. Lorenz

berichten. Prälat Moll ist als Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz ausgewiesener Experte für Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts. Wir freuen uns auf einen interessanten Vortrag, zu dem alle Interessierte herzlich eingeladen sind.

Willi Graf, Mitglied der „Weißen Rose“ und Medizinstudent in München, gilt als Leuchtturm vor allem für heutige Jugendliche. Zusammen mit den evangelischen Geschwistern Hans und Sophie Scholl und dem orthodoxen Alexander Schmorell erarbeitete er die Flugblätter gegen die herrschende Ideologie des Nationalsozialismus. Daraufhin verhaftet, starb er 1943 im Gefängnis München-Stadelheim. Das Erzbistum München und Freising plant die Eröffnung seines Seligsprechungsverfahrens.

Weihbischof Johann Baptist Neuhäusler, wegen angeblicher Verbindung mit dem „politischen Katholizismus im Ausland“ 1941 in das KZ Dachau überstellt, wurde 1945 auf dem Evakuierungsmarsch nach Tirol durch amerikanische Truppen befreit. Im Jahre 1973 starb er.

Domvikar Josef Thalhammer, 1900 in München geboren, wurde 1941 wegen einer von der NSDAP nicht genehmigten Trauung mehrere Wochen inhaftiert. Er starb im Jahre 1973.

Der selige Karl Leisner, Jungscharführer, nach Aufenthalt im KZ Sachsenhausen in das KZ Dachau eingeliefert, wo er 1944 zum Priester geweiht wurde. Bei der Befreiung des Lagers in das Sanatorium Planegg bei München gebracht, starb er 1945. Papst Johannes Paul II. sprach ihn 1996 selig.

Grundlage des Vortrags bildet das zweibändige Hauptwerk „Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhundert“ (Paderborn, 7. Auflage 2019), das neben anderen Veröffentlichungen auf dem Büchertisch ausliegt.