Am Donnerstag 23. Juni hat Weihbischof Rupert Graf Stolberg den neuen Altar in der Johanneskirche geweiht.

Aufzeichnung der Altarweihe vom 23. Juni in Johanneskirchen  auf Youtube 

 

Der neue Taufstein wird gesegnet. In der Kirche, die dem Mann geweiht ist, der Jesus getauft hat – Johannes dem Täufer – ist nun ein eigner Ort für den Beginn des Lebens in enger Verbindung mit Jesus Christus

Frau Hartmann trägt am neuen Ambo zu ersten Mal eine Lesung vor. Er ist der Tisch des Wortes Gottes, von dem Jesus uns sagt, dass es wirklich eine Speise ist (Joh 6,55).

Mit der Allerheiligenlitanei wird die Fürsprache des Himmels angerufen. Jesus ruft uns um seinen Altar seiner Hingabe herum zu einer großen, solidarischen Gemeinschaft, die bis in den Himmel hineinreicht.

Der Künstler Toni Stegmayer verschließt die Altarnische mit den Reliquien des Hl. Korbinian und des seligen Otto. Schon in frühester Zeit haben Christen über den Gräbern ihrer Märtyrer die Heilige Messe gefeiert. Bei jeder Feier in der Johanneskirche wissen wir uns besonders mit den beiden großen Bischöfen unserer Diözese Korbinian und Otto verbunden.

 

Der Altar wird gesalbt. Er steht symbolisch für Jesus „Christus“, d.h. für Jesus „den Gesalbten“ (Lukas 4,18).

An fünf Stellen wird Weihrauch entzündet. Die Feuerstellen erinnern an die fünf Wunden Jesu, durch die er uns Heilung bringt (Jesaja 52,13)

Im Weihegebet erbittet der Bischof den Segen Gottes für alle Menschen, die künftig hier die Eucharistie feiern.

Zum ersten Mal werden die Gaben – Brot und Wein – zu diesem Altar gebracht. Der Weihrauch ist Zeichen dafür, dass sie ganz und gar Zeichen der heiligen Gegenwart von Jesus werden sollen.

Zum ersten Mal spricht der Bischof  die Doxologie, den großen Lobpreis des eucharistischen Hochgebetes und erhebt dabei mit dem Diakon zusammen den Leib und das Blut Christi. Der Altar ist zum Ort der höchsten Gegenwart Gottes geworden.

 

 

Hier erfahren Sie den Hintergrund dieses großen Ereignisses: 

 

„Wir stehen vor einer alten Taufkirche.“ Diese Worte von Reinhard Kardinal Marx beim 1200. Geburtstag im Jahr 2015 waren der letzte Anstoß für die Neugestaltung des Altarraums unserer Johanneskirche.

Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung haben dafür gestimmt, einen neuen Volksaltar, Ambo und Taufstein zu errichten. Das Kunstreferat des Erzbistums gab daraufhin einen Künstlerwettbewerb in Auftrag, den der renommierte Steinbildhauer Toni Stegmayer gewonnen hat.

Nach vielen weiteren Diskussionen, Ideen und Detailüberlegungen ist in Zusammenarbeit mit der Erzbischöflichen Bau- und Kunstkommission ein von allen Gremien einstimmig befürworteter Entwurf entstanden.

Dieser Entwurf beinhaltet auch die vom Erzbistum erbetene Wiederherstellung des kostbaren Hochaltars, so wie ihn der große Meister des Barock, Ignaz Günther, geschaffen hat. Am 26. Oktober 2021 wurde er öffentlich vorgestellt.

Indem der 1939 in den Altar eingebaute Tabernakel seinen Platz an der nördlichen Chorwand findet, können die beiden Engel und das Bild des gegeißelten Jesus an ihren ursprünglichen Ort im Hochaltar zurückkehren.

Hier sehen Sie eine Fotomontage:

Platz für Tabernakel und Taufort entsteht in der beengten Kirche durch Verzicht auf die Unterbauten der schon in den 1950er-Jahren entfernten Seitenaltäre, unter deren Podesten es zudem schimmlig ist. Die Unterbauten werden im Kunstarchiv der Erzdiözese in Neumarkt St. Veit eingelagert.

Der neue Altar aus hellem Kalkstein in Form eines griechischen Tau soll sich farblich und in der Formensprache in den Chorbogen der Kirche einfügen aber auch den Blick zum kostbaren Hochaltar offenhalten.

Zugleich verbindet der Chorbogen die verschiedenen Orte: In der Mitte der Altar. Auf der Sakristei-Seite der Ambo, Ort des Wortes Gottes, und der Tabernakel, Ort der bleibenden Gegenwart Jesu in der Eucharistie.

Auf der anderen Seite der Taufstein, Ort des Anfangs eines Lebens mit Gott und der Kirche, und die Marienfigur, mütterliches Vorbild, wie wir als Christen leben sollen.